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Three Editorial Book Recommendations on Space

@Stefan Keller/Pixabay

DE

In unserer aktuellen fortytwo-Ausgabe haben wir das Weltall aus vielen verschiedenen Winkeln in den Blick genommen: Wir haben über ethische Fragen, Rohstoffabbau und Phänomene der Astrophysik gesprochen. Über den echten Krieg der Sterne und den in der Literatur; darüber, was wir von Astronauten für den Umgang mit der Corona-Pandemie lernen können. Zu drei unserer Interviews haben wir nun weiterführende Buchtipps zusammengestellt – damit ihr auch über unsere Ausgabe #5 hinaus spannende Anregungen zum Weltraum findet:

Science Fiction Tweets 

Es gibt endlos viele große Science-Fiction-Werke. Im Interview mit dem amerikanischen Medientheoretiker Alan Shapiro sind wir in unserer Weltraum-Ausgabe der Frage nachgegangen, was sie so beliebt macht – und wieso sie so viel Raum für Utopien bieten. 

Wer aber denkt, dass Science Fiction Romane immer eine gewisse Länge haben müssen, wird bei der Lektüre von Micro Science Fiction eines Besseren belehrt. In Kurzgeschichten, manchmal nicht länger als einen Satz, führt uns der britische IT-Spezialist O. Westin den Irrsinn unserer Gesellschaft auf manchmal komische, manchmal ernste Art, jedenfalls immer kurz und prägnant vor Augen. 

„Aus Sicherheitsgründen wurden die Roboter so programmiert, dass Ethik für sie an erster Stelle stand. Als sie merkten, dass ihre Energie aus Kohlekraftwerken kam, schalteten sie sich alle ab“.

Diese und weitere komprimierte Mini-Stories regen die Leser:innen von Micro Science Fiction zum Nachdenken an und offenbaren oft erst nach mehrmaligem Lesen ihre philosophische Bedeutung. 

O. Westin veröffentlicht seine minimalistischen Science Fiction Geschichten seit 2013 auf dem Twitter-Account @MicroSFF, wo sie mehr als  90.000 Follower verfolgen. 2019 erschien sein Buch mit 365 Kurzgeschichten, die von Birthe Mühlhoff aus über 1000 Tweets ausgewählt und ins Deutsche übersetzt wurden.

Von Neele Mühlhoff

 

 

 

 

 

Micro Science Fiction
O. Westin
189 Seiten
Verlag: Talos Verlag; Mikrotext

@Microtext
@Microtext

Kriege im All

Kriege im All waren lange Zeit ein Thema, das allein der Science Fiction vorbehalten war. In den vergangenen Jahren aber hat sich das verändert: Das All wird mit der Gründung von Weltraum-Streitkräften immer konkreter zu einem Kriegsschauplatz. In unserer aktuellen Ausgabe erklärt Sebastien Moranta vom European Space Policy Institute, welche Ambitionen die Großmächte im All haben – und wie greifbar ein militärischer Konflikt dort oben ist. 

Wer sich mit dieser Bedrohung vorerst lieber ausschließlich in fiktiver Form auseinandersetzen möchte, dem sei „Das große Spiel” oder „Enders Spiel” empfohlen. Orson Scott Cards Roman sein gehört zu den Klassikern des Genres. 

Im Zentrum der Handlung steht der sechsjährige Ender, an dem die Regierung sowie die internationale Raumflotte großes Interesse zu haben scheinen. Was folgt, ist Enders Ausbildung fernab von der Erde und seiner Familie, welche ihn in den Mittelpunkt der galaktischen Auseinandersetzung stellt.

„Und es gibt Zweifel an ihm. Er ist zu formbar. Zu bereit, sich in den Willen eines anderen zu versenken.”

„Das große Spiel” schafft es, gleichzeitig als Eskapismus und Gesellschaftskritik zu funktionieren, und erinnert uns in diesen schwierigen Zeiten daran, dass wir immerhin nicht Gefahr laufen, von insektoiden Außerirdischen angegriffen zu werden. Das Weltall eignet sich immer noch bestens dafür, unseren eigenen Planeten zumindest gedanklich für eine Weile zu verlassen.

Von Laura Emily Schulze 

 

 

 

 

 

 

 

Das große Spiel
Orson Scott Card
464 Seiten
Verlag: Heyne Verlag

@Macmillan

Der Weg des Mondes

Wieso übt der Mond, unser all-abendlicher Begleiter am Himmel, eine so große Faszination auf uns aus? Im Gespräch mit Gloria Meynen, Professorin für Medientheorie in Linz, haben wir uns in der aktuellen Ausgabe genauer mit dieser Frage auseinandergesetzt – und mit der Rolle, die er in unserer Kultur spielt. Wer Französischkenntnisse mitbringt, für den ist „La lune est un roman” („Der Mond ist ein Roman”) von Fatoumata Kébé eine tolle Ergänzung zu diesem Thema.

Die französische Astrophysikerin  lädt uns auf eine Reise ein, die die Geheimnisse des einzigen Trabanten unseres Planeten entschlüsselt. Dabei schafft sie es, den Mond mit einer Mischung aus wissenschaftlicher Erklärung und Roman für alle zugänglich zu machen. Kébé verbindet hier ihre beiden Leidenschaften: Astronomie und Pädagogik. Sie erläutert neueste wissenschaftliche Entdeckungen, aber auch die Mythen und Legenden, die sich seit jeher um den Mond ranken.

Das Buch vermittelt Wissen über den Kalten Krieg, den Wettlauf ins All und den Wettlauf zum Mond. Immerhin war die Landung der amerikanischen Raumsonde Apollo 11 im Jahr 1969 den Höhepunkt der Eroberung des Weltraums zwischen 1957 und 1975. Heute kennt jeder die berühmten Worte von Neil Armstrong, dem ersten Menschen, der den Mond betrat:  „Es ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Sprung für die Menschheit”. 

Der Mond lässt uns träumen, aber er stiehlt uns auch die Träume. Wer hat noch nie den Satz  „Ich habe wegen des Vollmonds nicht gut geschlafen” gehört? Kébé spricht auch ein wenig über den Einfluss, den der Mond auf Tiere und Pflanzen haben kann – und  auf unseren eigenen Körper und Geist. Seine Auswirkungen auf Lebewesen sind jedoch von der Wissenschaft weniger gut erforscht. Der Mond behält also immer ein paar Geheimnisse für sich.

Von Ella Steiner

 

 

 

 

 

La lune est un roman (Französisch)
Fatoumata Kébé
190 pages
Verlag: Slatkine 

© SLATKINE & CIE

EN

In our current fortytwo issue, we looked at the universe from many different angles: We talked about ethical issues, resource extraction, and phenomena in astrophysics. About fictional star wars and the real-life deal; about what we can learn from astronauts for dealing with the Corona pandemic. We compiled some book recommendations to go alongside three of our interviews – so that you can also be inspired by space beyond our issue #5:

Science Fiction Tweets 

There is an endless catalog of excellent science fiction works. In an interview with American media theorist Alan Shapiro, we explored the question of what makes them so popular – and why they offer so much room for utopias. But if you think science fiction novels always have to be a certain length,  Micro Science Fiction will prove you wrong. In short stories, sometimes no longer than a sentence, the British IT specialist O. Westin shows us our society’s madness in a sometimes funny, occasionally serious way, but always short and concise.

“For safety reasons, the robots were programmed to put ethics first. When they realized that their energy came from coal-fired power plants, they all shut down.”

It might take some time to understand the philosophical meaning of these and other condensed mini-stories. 

90,000 followers have been reading O Westin’s minimalist science fiction stories on his Twitter account @MicroSFF since 2013. In 2019, his book was published by Birthe Mühlhoff, who selected 365 short stories out of his 1000 tweets and translated them into German.

Von Neele Mühlhoff 

 

 

 

 

 

Micro Science Fiction
O. Westin
189 pages
Verlag: Talos Verlag; Mikrotext

@Microtext
@Microtext

Wars in Space

For a long time, wars in space were a topic reserved solely for science fiction. In recent years, however, this has changed: Space is becoming an increasingly real battleground with the creation of space forces. In our current issue, Sebastien Moranta of the European Space Policy Institute explains which ambitions drive the major powers in space – and how tangible a military conflict is up there.

For those who prefer to deal with this threat exclusively in fictional form for the moment, we recommend “The Great Game” or “Ender’s Game”. Orson Scott Card’s novel is one of the classics of the genre. The plot revolves around six-year-old Ender, whom the government and the International Space Fleet seem to be very interested in. Ender’s eventual military education, away from Earth and his family, places him at the center of a looming galactic struggle.

“And there are doubts about him. He’s too malleable. Too willing to submerge himself in someone else’s will.”

“Ender’s Game” manages to function simultaneously as escapism and social criticism. The story reminds us, especially in these difficult times, that at least we are not in danger of being attacked by insectoid aliens. Space is still the best place to mentally travel to, when in need of some refuge.

Von Laura Emily Schulze

 

 

 

 

 

 

 

Das große Spiel
Orson Scott Card
464 Seiten
Verlag: Heyne Verlag

@Macmillan

The Path of the Moon

Why does the moon, our constant companion in the sky, hold such great fascination? In this issue’s interview with Gloria Meynen, professor of media theory in Linz, we take a closer look at this question – and the role it plays in our culture. For those with a knowledge of French, “La lune est un roman” (“The Moon is a Novel”) by Fatoumata Kébé is an excellent extension to our current issue.

The French astrophysicist invites us on a journey that unlocks the secrets of our planet’s only naturally occurring satellite. In the process, she manages to make the moon accessible to all with a mix of scientific explanations and literary narration. Kébé combines her two passions here: Astronomy and Pedagogy. She explains the latest scientific discoveries, at the same time as the myths and legends that have always surrounded the moon.

The book provides knowledge about the Cold War, the race into space and to the moon. After all, the landing of the American space probe Apollo 11 in 1969 was the culmination of the efforts to conquest space that lasted from 1957 to 1975. Today, everyone knows the famous words of Neil Armstrong, the first man to walk on the moon: “It’s a small step for a man, but a great leap for mankind.” 

The moon makes us dream, but it also steals our dreams. Who hasn’t heard the phrase “I didn’t sleep well because of the full moon”? Kébé goes into the impact the moon can have on animals and plants – just like on our bodies and minds. Its effects on living things, however, are less well explored by science. The moon continues to hold onto a few secrets.

Von Ella Steiner

 

 

 

 

 

La lune est un roman (Französisch)
Fatoumata Kébé
190 pages
Verlag: Slatkine 

© SLATKINE & CIE

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