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In 42’s Nutshell, August Edition

@Ralf Kunze/Pixabay

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Die Auswirkungen des Klimawandels lassen sich besonders stark im Sommer wahrnehmen, denn die warme Jahreszeit, wie wir sie kannten, scheint es so nicht mehr zu geben. Jennifer Wiebking, Redakteurin bei der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, schreibt über die gemischten Gefühle, mit der sie der Sommerzeit nun begegnet. Sie schaut auf die neuen Realitäten, welche die heißen Sommer der letzten Jahre mit sich brachten und schreibt: „[…] das diffuse Gefühl, dass der Sommer mehr Anlass zur Sorge als zur Freude bietet, dass der letzte unbeschwerte Sommer der vergangene gewesen sein könnte, wird auf einmal konkreter.“ Die New York Times geht noch einen Schritt weiter und vergleicht die derzeitigen Verhältnisse mir einem Katastrophenfilm, in dem eine kontinuierliche Überlappung von Desastern Realität bedeutet.

Dürre auf deutschen Feldern

Während Privatpersonen sich entweder über die heißen Temperaturen freuen oder sich an einem kühlen Ort verstecken, kämpfen deutsche Landwirte mit den Langzeitfolgen der erneut auftretenden Dürreperiode. Forscher sehen den ausbleibenden Niederschlag der letzten drei Sommer als besorgniserregend und sprechen von der schlimmsten Dürre der letzten 250 Jahre. Die nachhaltige Veränderung des Klimas hat zur Folge, dass sich Landwirte verstärkt anpassen müssen, z. B. durch schonendere Verfahren der Bodenbearbeitung oder neue Züchtungsmethoden. Die Branche setzt auf staatliche Hilfe, da sie die schlechte Ernte doppelt zu spüren bekommen – weltweit ist genug Getreide vorhanden und die Preise für Verbraucher werden sich nicht ändern.

Veränderungen in der Mobilität – Vogelperspektive

Die Corona-Pandemie hat viele Menschen dazu gezwungen, ihre Urlaubspläne zu ändern oder aufzugeben. Flugzeug- und Kreuzfahrtbetreiber hat diese neue Situation vor viele Herausforderungen gestellt, darunter die logistische Frage, was mit überflüssigen Flugzeugen und Schiffen geschehen soll.

Der Ärmelkanal wurde in der Folge zu einem temporären Parkplatz umfunktioniert. Hier ankern nun Kreuzfahrtschiffe auf unbestimmte Zeit. Jedes Schiff hat ca. 100 Personen an Bord, welche sich um die Instandhaltung kümmern. So werden die Generatoren weiterhin benutzt und die geankerten Schiffe beleuchten nachts das Meer. Auch wenn diese Art der Ressourcennutzung bedeutend geringer ist als jede ausgebuchte Kreuzfahrt, wäre es nachhaltiger, wenn die Schiffe in Häfen ankern könnten, um die dortige Stromversorgung zu nutzen. Doch dafür fehlt der Platz und die Infrastruktur – im Moment bleiben die Geisterschiffe wo sie sind und dienen als lokale Touristenattraktion.

Die Flugbranche wurde ähnlich hart getroffen und rund zwei Drittel der weltweiten Flotte müssen gezwungenermaßen auf unbestimmte Zeit zwischengeparkt werden. Luftaufnahmen zeigen nun, wo diese Parkplätze liegen: Teruel in Ostspanien dient als Lagerstätte für europäische Maschinen, Alice Springs in Australien für Flugzeuge aus dem asiatischen Raum.

Außerdem: eine Studie der Uniklinik Frankfurt zeigt, dass die Ansteckungswahrscheinlichkeit durch Luftfilteranlagen in Flugzeugen reduziert wird.

Homeoffice um das Klima zu schützen

Die Coronakrise hat unsere Arbeitsweise verändert – nun zeigt eine von Greenpeace in Auftrag gegebene Studie, dass sich die Arbeit im Homeoffice positiv auf das Klima auswirkt. Bereits zwei Tage in der Woche, an denen Arbeitnehmer nicht zu ihrer Arbeitsstelle pendeln müssen, würden 18 Prozent der Emissionen einsparen. Ein Sprecher von Greenpeace sieht in den neuen Erkenntnissen eine Chance, den Nahverkehr endlich auszubauen und die Pendlerpauschale zu streichen.

Das Berliner Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (IZT) hat die Studie für Greenpeace durchgeführt und betont, wie sehr die Arbeitswelt von dem Konzept Homeoffice positiv überrascht wurde. Dieser zunächst erzwungene Strukturwandel kann nun dazu genutzt werden, im Kleinen zum Beispiel verkehrsgeplagte Städte zu entlasten und im Großen das Klima dauerhaft zu verbessern.

Von Laura Emily Schulze

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