Editorial_de, Vol. 3: Digitalisierung
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Editorial N° 3

 

Liebe Leserinnen,
Liebe Leser,

in nur wenig mehr als einer Sekunde können wir eine E-Mail zum Mond schicken. Bis die Postkarte aus dem Urlaub ankommt, vergeht oft eine Woche. Dies zeigt, wie schnell wir heute kommunizieren können, denn E-Mails oder Whatsapp-Nachrichten bewegen sich – im Gegensatz zum Postboten – durch elektromagnetische Wellen mit Lichtgeschwindigkeit. Das Internet als Kommunikationstechnologie prägt unseren Alltag: Wir stolpern über Informationen, bevor wir sie in den abendlichen Nachrichten sehen oder morgens in der Zeitung lesen. Doch wer garantiert, dass die Informationsflut, der wir ausgesetzt sind, aus verifizierten Quellen stammt und Sachverhalte in den entsprechenden Kontext eingeordnet sind? Im Gespräch mit 42 fordert der Physiker und Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar eine öffentliche Debatte darüber, wer diesen Überfluss an Informationen filtern sollte. Neben dem Auftaktinterview mit Ranga Yogeshwar zeigen die Experten der insgesamt zehn Interviews auf, welche Auswirkungen die Digitalisierung auf unsere Gesellschaft hat.

Laut dem Medienwissenschaftler Norbert Bolz handelt es sich bei der Digitalisierung um eine der drei großen Zäsuren in der Mediengeschichte. Sie hat alle Ebenen erreicht: von Bestellungen aus dem Lieblingsrestaurant per App bis zu internationalen Konfliktaustragungen, die nicht mehr auf dem Boden, sondern im Cyberraum stattfinden. Phänomene der Digitalisierung sind oft weitreichend, aber nicht immer offensichtlich: So betont der Ökonom Philipp Hergovich im 42-Interview die positiven Auswirkungen von Online-Dating. Plattformen wie etwa Tinder, so Hergovich, liberalisieren unsere Gesellschaften, da Menschen aus verschiedenen sozioökonomischen Hintergründen online zusammentreffen.

Auch 42 selbst hat sich digital weiterentwickelt. Seit diesem September sind wir nun unter fortytwomagazine.com zu finden. Diese neue Website verdanken wir unserem neuen Webmaster Frederik Junge. Neben Frederik begrüßen wir außerdem unsere neue Übersetzungsleiterin Eva Fürst sowie unsere Pressereferentin Judith Ponwitz, die das internationale 42-Team tatkräftig unterstützen. Dank der aktuellen Künstlerkooperation dürfen wir die Werke des Fotokünstlers Max Dauven präsentieren, die vorgeben, digital zu sein, jedoch in der Dunkelkammer mithilfe von analogen Verfahren wie der Negativmontage entwickelt wurden. So verknüpfen seine Bilder die digitale mit der analogen Welt und erinnern damit an den Spagat, den unser Alltag oft erfordert.

Ich wünsche Ihnen und Euch viel Spaß und neue Erkenntnisse beim Lesen von 42.

Herzlichst,

Editorial Digitalisierung

Chefredakteurin 42 Magazine

 

Covergestaltung: Louis Lehmann

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