Alle Artikel in: Magazin

Editorial N°4

„Ich bin keine Wissenschaftlerin, ich bin nur ein Mensch. Was kann ich gegen den Klimawandel tun?“, fragte eine junge Frau auf unserer ersten 42_analog-Podiumsdiskussion in London. Ich saß schräg hinter ihr und fand sie wahnsinnig mutig, aber gleichzeitig schmerzten mich ihre Worte. Sie zeigen die Kluft zwischen Wissenschaft und Gesellschaft, die so viele spüren: Akademiker auf der einen, alle anderen Menschen auf der anderen Seite – als gäbe es eine Trennlinie. Wir wollen diese Kluft verringern und dazu beitragen, dass alle von den wissenschaftlichen Erkenntnissen profitieren können, anstatt ehrfürchtig Distanz zu ihnen zu wahren. Genau aus diesem Grund arbeiteten auch an dieser vierten Ausgabe von 42 Magazine wieder mehr als 40 junge Europäerinnen und Europäer. Auf unserer Podiumsdiskussion diskutierten die Klimatologin Fredi Otto, der Historiker Richard Staley und der digitale Klimaaktivist Adam Levy, der vor allem als YouTuber ClimateAdam bekannt ist, über die Auswirkungen des Klimawandels. Am Ende steht das Fazit: Am wichtigsten sind politische Maßnahmen – und dass wir über den Klimawandel sprechen.

Peru

„Nicht nur Vermeidungsmaßnahmen kosten Geld, sondern auch Untätigkeit“

Der vergangene Sommer in Europa war extrem heiß und trocken, und es sieht so aus, als müssten wir uns daran gewöhnen. Im Gespräch mit Physikerin Dr. Friederike Otto wagen wir einen Blick in den Spiegel und schauen auf die Auswirkungen des menschengemachten Klimawandels, denn durch die Zuordnungswissenschaft gewinnt unser Abbild zunehmend an Konturen.

Sayler/ Morris

„Mikroplastik und Treibhausgase kennen keine nationalen Grenzen“

Wir lieben Katastrophen als Fiktion, aber was passiert, wenn die Katastrophe real wird und dabei unbemerkt an uns vorbeizieht? Im Interview mit 42 Magazine erklärt Prof. Dr. Eva Horn vom Institut für Germanistik der Universität Wien, warum wir den Klimawandel nicht wahrnehmen, obwohl wir Menschen seit langem das Klima aktiv verändern. Um der ökologischen Krise entgegenzuwirken, hinterfragt Eva Horn demokratische Prozesse und fordert die Suche nach anderen Formen kollektiver Entscheidungsfindung.

Sayler/ Morris

„Die Menschen haben schon lange geglaubt, dass sie das Klima ändern können“

Historiker sind Experten darin, die Vergangenheit zu rekonstruieren, aber im Falle des Klimawandels haben sie eine kritische Rolle darin gespielt, die Gegenwart zu verstehen. In seinem Interview mit 42 erklärt Dr. Richard Staley, wie Historiker die Klimawissenschaft verändert haben und wie Klimawissenschaftler die Geschichte des Klimas gestaltet haben. Er legt nahe, dass wir die historischen Kräfte, die Kohlenstoff-Wirtschaften hervorgebracht haben, sowie den Zusammenhang zwischen Kolonialismus und Klimawandel anerkennen müssen.

Sayler/ Morris

„Solar-Geoengineering ist keine Lösung für den Klimawandel“

Solar-Geoengineering zielt darauf ab, die Atmosphäre unseres Planeten zu verändern, um das Sonnenlicht besser zu reflektieren. Anstatt den Treibhauseffekt selbst abzuschwächen, soll die Menge des Sonnenlichts verringert werden, das überhaupt in die Treibhauserde eindringt. Gernot Wagner, Geschäftsführer des Harvard-Forschungsprogramms Solar-Geoengineering, erläutert die Grundlagen, den Forschungsstand sowie die Chancen und Gefahren dieser Idee.

Sayler/ Morris

„Es gibt Gründe dafür, dass die Menschen keine Elektroautos kaufen“

Jeder, der Interesse daran hat, den Klimawandel zu stoppen, wird unweigerlich auf folgende Fragen stoßen: „Was tun Regierungen, um den Klimawandel zu stoppen?“ und „Was brauchen wir wirklich, um Veränderungen in der Klimapolitik zu bewirken?“. Im Gespräch mit 42 Magazine erklärt Prof. Anthony Patt, warum Regierungen handeln müssen, anstatt Einzelpersonen dazu zu bewegen, ihr Konsumverhalten zu verändern.

Sayler/ Morris

„Wir müssen aufhören zu denken, dass Wissen hundertprozentige Sicherheit erfordert“

Die Fakten sind eindeutig: Die Erde erwärmt sich. Die Wissenschaft ist sich einig: Wir sind schuld daran. Doch manche Leute sind davon immer noch nicht überzeugt und wollen – wie es scheint – auch nicht davon überzeugt werden. Woran liegt das? Philosophieprofessor N. Ángel Pinillos spricht mit 42 über die Theorie, die hinter dem Zweifel steckt, über die Frage, was es bedeutet, etwas zu wissen, und darüber, ob es angebracht ist, Wissenschaftler anzuzweifeln oder nicht. Außerdem schlägt er eine Taktik dafür vor, wie man im Alltag mit Skeptikern umgehen kann.

Sayler/ Morris

„Letztlich ist mehr gewonnen, wenn wir egoistisch motiviert nachhaltig handeln als gar nicht“

Die Folgen des Klimawandels sind bekannt, dennoch fällt es vielen Menschen schwer, ihr Verhalten zu ändern. Eine Herausforderung dabei ist, dass mit der notwendigen weltweiten Verbesserung der klimatischen Situation oft unmittelbare Kosten für den Einzelnen verbunden sind. Die Psychologin Dr. Judith Tonner erklärt, wie nachhaltiges Verhalten mithilfe von psychotherapeutischen Methoden gefördert werden kann.

Sayler/ Morris

„Wenn wir als Weltgemeinschaft etwas erreichen wollen, dann sollte jeder einzelne einen Beitrag leisten“

Was ist die aktuelle und zukünftige Rolle von Entwicklungsländern im Klimaschutz? Dr. Maximilane Sievert erklärt die Bedeutung nachhaltiger Energiezugänge für Klima und Entwicklung. Am Beispiel von ressourcenschonenden Kochherden zeigt sie, dass Entwicklung und Klimaschutz nicht im Widerspruch stehen müssen.

Sayler/ Morris

„Wir werden in der Klimapolitik weiterhin Fehler machen“

Egal ob AfD, Ukip oder FPÖ: Rechtspopulistische Parteien fallen immer wieder durch klimawandelkritische Äußerungen auf. Steckt dahinter ein Muster? Alexander Carius und Stella Schaller haben in einer aktuellen Studie die Positionen europäischer Rechte zum Klimaschutz untersucht. Im 42-Interview sprechen sie über Motive und Argumente dieser Parteien – und wie sich der Klimaschutz verändern muss, um ihnen die Munition zu nehmen.

Sayler/ Morris

„Eines der besten Dinge, die wir gerade können, ist nachzudenken“

Die Prinzipien des Klimawandels sind seit geraumer Zeit bekannt, jedoch ist bisher wenig passiert in Bezug auf eine Reduktion von CO2-Emissionen. Joel Wainwright und Goeff Mann, die Autoren des Buchs Climate Leviathan, schlagen vor, die politischen und ökologischen Konsequenzen unserer überhitzten Welt radikal zu überdenken. Muss der Kapitalismus konfrontiert werden, wenn wir eine gerechte Antwort auf den Klimawandel finden wollen? Im Gespräch mit 42 Magazine argumentieren sie, dass der Klimawandel die globale politische Ökonomie und den politischen Konsens, den wir gewöhnlich als selbstverständlich betrachten, verändern wird.