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Editorial N° 3

 

Liebe Leserinnen,
Liebe Leser,

 

in nur wenig mehr als einer Sekunde können wir eine E-Mail zum Mond schicken. Bis die Postkarte aus dem Urlaub ankommt, vergeht oft eine Woche. Dies zeigt, wie schnell wir heute kommunizieren können, denn E-Mails oder Whatsapp-Nachrichten bewegen sich – im Gegensatz zum Postboten – durch elektromagnetische Wellen mit Lichtgeschwindigkeit. Das Internet als Kommunikationstechnologie prägt unseren Alltag: Wir stolpern über Informationen, bevor wir sie in den abendlichen Nachrichten sehen oder morgens in der Zeitung lesen. Doch wer garantiert, dass die Informationsflut, der wir ausgesetzt sind, aus verifizierten Quellen stammt und Sachverhalte in den entsprechenden Kontext eingeordnet sind? Im Gespräch mit 42 fordert der Physiker und Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar eine öffentliche Debatte darüber, wer diesen Überfluss an Informationen filtern sollte. Neben dem Auftaktinterview mit Ranga Yogeshwar zeigen die Experten der insgesamt zehn Interviews auf, welche Auswirkungen die Digitalisierung auf unsere Gesellschaft hat…

0 1 #2 Detail © Max Dauven

„Selbst der beste Akademiker, der kritischste Journalist ist manipulierbar.“

Wie unterscheiden wir Relevantes von Irrelevantem? Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar spricht im 42-Interview über den Überfluss an Informationen und warum es wichtig ist, diesen zu filtern. Neben seiner Forderung, Algorithmen offenzulegen, weist er auf die positiven Seiten der Digitalisierung hin und ermutigt, die Früchte der Digitalisierung nicht nur für ökonomische Zwecke zu nutzen.

„Derjenige, der den Algorithmus beherrscht, hat die Macht“

Die digitale Transformation hat Plattformunternehmen wie Uber, Airbnb und Deliveroo hervorgebracht. Obwohl sie sich nur als Vermittler zwischen Angebot und Nachfrage von Dienstleistungen darstellen, beteiligen sie sich auch an der groß angelegten Aggregation und Gewinnung von Daten, die von Arbeitnehmern und Verbrauchern gleichermaßen produziert werden. Dr. Karen Gregory, Dozentin für Digitale Soziologie, erklärt, wie diese Unternehmen arbeiten, wie sie die Art der Arbeit verändert haben und schließlich, was sie wirklich vorhaben.

„Die Intelligenz an sich hat kein Interesse am Konzept der Herrschaft“

Müssen wir uns vor Künstlicher Intelligenz in Acht nehmen? Im Interview mit 42 teilt Professor Robert Trappl, Direktor des Österreichischen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (OFAI), seine Einsichten über das Zusammenspiel von Rationalität und Emotionen, ein mögliches Zusammenleben von Mensch und Maschine, und zeigt auf, warum es Grund zum Optimismus gibt.

„Ihr Gehirn wird nach diesem Gespräch nicht mehr das gleiche sein“

Wie wirkt sich die Digitalisierung auf unsere Psyche und unser Gehirn aus? Professor Montag, Leiter des Lehrstuhls für Molekulare Psychologie an der Universität Ulm, spricht im 42-Interview über den Nutzen von Counter Strike, über konditioniertes Verhalten und darüber, wieso wir die Digitalisierung dringend besser steuern müssen.

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„Die Blockchain ist eine Maschine und handelt auch so“

Der Bitcoin-Boom hat einen digitalen Goldrausch ausgelöst und damit auch die Blockchain-Technologie in den Fokus gerückt. Aber was ist die Blockchain eigentlich? Prof. Gilbert Fridgen erklärt in diesem Interview die Idee der Blockchain. Denn neben dem Investitions- und Finanzpotential bietet die Blockchain bislang ungedachte Chancen für eine moderne Gesellschaft.

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„Nur wer ignorant ist, kann intelligent operieren“

In der digitalen Welt scheinen alle mit allen zeitgleich in Verbindung zu stehen. Das Resultat: ein erhöhtes Bewusstsein für die Ereignisse rund um den Erdball. Medienwissenschaftler Professor Norbert Bolz berichtet im Gespräch mit 42, wie das Leid der Welt, das wir täglich live miterleben, unsere Moral verändert und wo wir Halt suchen.

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„Wir werden vermutlich Terrorakte im Cyberraum erleben“

Angriffe auf die U.S.-Präsidentschaftswahl 2016, ukrainische Stromversorger 2015 und die Verschlüsselungssoftware WannaCry 2017 sind nur drei Beispiele, die gezeigt haben, dass Cyberoperationen zunehmend genutzt werden, um über das Internet Wahlen zu beeinflussen, zu spionieren, zu erpressen und zu manipulieren. Für Staaten wird Cybersicherheit damit zu einer elementaren Komponente nationaler und internationaler Sicherheit. Dr. Sven Herpig, Leiter des Transatlantic Cyber Forums an der Stiftung Neue Verantwortung, beleuchtet das Zusammenspiel von Cyberwirkmitteln – Hacking-Werkzeugen – und internationaler Konfliktaustragung.

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„Onlinedating führt zu einer besseren Gesellschaft“

Onlinedating hat für viele noch immer etwas Anrüchiges. Die beiden Forscher Josue Ortega aus Mexiko und Philipp Hergovich aus Österreich haben zwei Gründe, das schlechte Image von Dating-Apps zu überdenken: Beziehungen, die online beginnen, halten länger. Außerdem würde Onlinedating unsere Gesellschaft liberalisieren, sagen sie.

„Wenn ich an Staatstrojaner denke, schlafe ich nicht schlechter“

Die Welt wird digital und damit auch Staat und Verwaltung. Während in Ländern in Südostasien E-Governance schon zum Alltag gehört, hinken viele Staaten wie auch etwa Deutschland hinterher. Im Interview mit 42 erklärt Prof. Dr. Wolfgang Drechsler von der Technischen Universität Tallinn, wie real die Angst vor einem gläsernen Menschen ist, warum E-Governance für die EU entscheidend ist und er E-Health für sinnvoll hält.