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Editorial N°4

„Ich bin keine Wissenschaftlerin, ich bin nur ein Mensch. Was kann ich gegen den Klimawandel tun?“, fragte eine junge Frau auf unserer ersten 42_analog-Podiumsdiskussion in London. Ich saß schräg hinter ihr und fand sie wahnsinnig mutig, aber gleichzeitig schmerzten mich ihre Worte. Sie zeigen die Kluft zwischen Wissenschaft und Gesellschaft, die so viele spüren: Akademiker auf der einen, alle anderen Menschen auf der anderen Seite – als gäbe es eine Trennlinie. Wir wollen diese Kluft verringern und dazu beitragen, dass alle von den wissenschaftlichen Erkenntnissen profitieren können, anstatt ehrfürchtig Distanz zu ihnen zu wahren. Genau aus diesem Grund arbeiteten auch an dieser vierten Ausgabe von 42 Magazine wieder mehr als 40 junge Europäerinnen und Europäer. Auf unserer Podiumsdiskussion diskutierten die Klimatologin Fredi Otto, der Historiker Richard Staley und der digitale Klimaaktivist Adam Levy, der vor allem als YouTuber ClimateAdam bekannt ist, über die Auswirkungen des Klimawandels. Am Ende steht das Fazit: Am wichtigsten sind politische Maßnahmen – und dass wir über den Klimawandel sprechen.

Editorial N° 3

 

Liebe Leserinnen,
Liebe Leser,

 

in nur wenig mehr als einer Sekunde können wir eine E-Mail zum Mond schicken. Bis die Postkarte aus dem Urlaub ankommt, vergeht oft eine Woche. Dies zeigt, wie schnell wir heute kommunizieren können, denn E-Mails oder Whatsapp-Nachrichten bewegen sich – im Gegensatz zum Postboten – durch elektromagnetische Wellen mit Lichtgeschwindigkeit. Das Internet als Kommunikationstechnologie prägt unseren Alltag: Wir stolpern über Informationen, bevor wir sie in den abendlichen Nachrichten sehen oder morgens in der Zeitung lesen. Doch wer garantiert, dass die Informationsflut, der wir ausgesetzt sind, aus verifizierten Quellen stammt und Sachverhalte in den entsprechenden Kontext eingeordnet sind? Im Gespräch mit 42 fordert der Physiker und Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar eine öffentliche Debatte darüber, wer diesen Überfluss an Informationen filtern sollte. Neben dem Auftaktinterview mit Ranga Yogeshwar zeigen die Experten der insgesamt zehn Interviews auf, welche Auswirkungen die Digitalisierung auf unsere Gesellschaft hat…

Editorial N° 2

  Liebe Leserinnen, liebe Leser, jahrhundertelang war die gelebte Grenzenlosigkeit in Europa selbstverständlich. Reisepässe, wie wir sie heute kennen, wurden erst 1920 eingeführt und sollten eigentlich wieder abgeschafft werden. Bis zu diesem Zeitpunkt trennten Grenzen kulturelle, sprachliche, religiöse oder geographische Räume voneinander, aber es handelte sich dabei nicht um politische Grenzen. Heute empfinden wir Staatsgrenzen als ebenso normal wie die Tatsache, dass manche ein Visum brauchen, um in andere Länder zu reisen. Das letzte Jahr hat gezeigt: Nationalismus und der damit einhergehende Wunsch, Grenzen abzustecken und zu kontrollieren, sind nach wie vor ein weit verbreitetes Bedürfnis. Jedoch sind Staaten, genau wie Pässe, ein Konstrukt. Wir verbinden Staaten mit der eigenen Kultur, aber vor allem in Grenzregionen wie dem Elsass wird deutlich, dass kulturelle und nationalstaatliche Grenzen nicht immer deckungsgleich sind. Entwicklungspsychologe Ulrich Schmidt-Denter erklärt im Gespräch mit 42, dass psychische Stabilität positiv mit sozialer Identifikation und Nationalstolz korreliert. Problematisch wird es jedoch, wenn das Konstrukt Nation verherrlicht und als Grund für die Abschottung von anderen Nationen missbraucht wird. Dieses Phänomen zeigt sich in Form der …